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      Der Ausweg aus dem Dilemma
 
 
   In dieser Ausgabe lesen Sie
   »  Wege aus der Krise: Mit Voll-
 bremsung den Berg hinauf?
   »  Senioren in der
 Entwicklungshilfe
   »  Grabmale aus Ausdruck
 von Trauerarbeit
   »  Geh in Deiner Arbeit auf,
 nicht unter
     
     
     
     
   Rubriken | Nachlese
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begreifen & nutzen | Wirtschaftskrise
Wege aus der Krise:
Mit Vollbremsung den Berg hinauf?

sfm. Hinter uns liegt mit 2011 ein von Wirtschafts- und Finanzkrise geprägtes Jahr.
Und ob das kommende Jahr den ersehnten Aufschwung bringt, darüber sind sich die
Experten nicht einmal einig. Die einen sagen, das schlimmste hätten wir hinter uns,
andere prognostizieren, dass die wirklich stürmischen Zeiten noch vor uns liegen:


Wie es auch immer kommen wird, die vergangenen zwölf Monate haben einmal mehr
gezeigt, dass wirtschaftliche Krisen Geschäftsführer und Firmeninhaber in vielen
deutschen Unternehmen oft zu panikartigen und voreiligen Sparmaßnahmen verleiten:
mit beiden Füßen voll auf die Bremse. Das wiederum wirkt sich auf die Unternehmens-
zukunft stärker negativ aus als die eigentliche Krise. Denn wenn der Aufschwung dann
tatsächlich kommt, haben sich diese Firmen und Betriebe längst ausgebremst.

Haben Sie mal versucht nach einer Vollbremsung einen steilen Berg hochzufahren? Da
müssen Sie erst einmal zurück in den ersten Gang. "Zurück auf Los, ziehe nicht 4000 ein".
Zurück ganz an den Anfang. Nicht wenige würgen dabei den Motor vollends ab.

Wenn die Deutschen doch nur endlich lernen würden: in der Not muss man investieren!
Und in guten Zeiten Rücklagen bilden, von denen man in der Not zehren kann. Das haben
die Verantwortlichen der öffentlichen Haushalte in vielen Jahrzehnten offenbar nicht
begriffen, aber auch viele Unternehmer und Privatleute tun sich schwer mit diesen Regeln.

Die Akademie für Unternehmensführung in Nürnberg hat festgestellt: Die Kostenredu-
zierung in den Betrieben geschieht im Krisenfall häufig planlos und willkürlich. Wer nur
spart, ohne gleichzeitig Strategien und Strukturen seiner Firma zu überdenken, für den
ist die nächste Krise vorprogrammiert. Stattdessen handelten viele Unternehmer in
Krisensituationen nicht mehr rational, weil sie sich Vorwürfe machten, versagt zu haben.
Das sei die eigentliche Gefahr für das Unternehmen.

Der Ausweg aus dem Dilemma liegt im Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, in die
Möglichkeiten und das Leistungspotenzial des eigenen Unternehmens und in das eigene
unternehmerische System. Nur muss man das erst einmal kennen. Viele Unternehmer
können - so die These der Akademie - das tatsächliche Leistungspotenzial ihrer Firma
nicht richtig einschätzen und definieren und daher auch nicht nutzen.

Und das gilt sicherlich nicht nur für Unternehmen, sondern für viele Privathaushalte
gleichermaßen. Wer Vertrauen hat in die eigenen Fähigkeiten und Stärken (das setzt
voraus die eigenen Fähigkeiten, Stärken und Ziele zu kennen), und wer dabei in guten
wie in schlechten Zeiten einen realistischen Überblick über seine private und/oder
unternehmerische finanzielle Situation hat, kann jeder Krise etwas gelassener entgegen

sehen.

"Es liegt an Dir selbst, ob Du das Jahr als Motor oder als Bremse gestalten willst", lautet
ein Zitat von Henry Ford. An dir selbst.

 

 

 
 
     
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   © Fotos: Erik Liebermann
 
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